
Vier Jahre lang hatte Andreas Kofler keinen Weltcup mehr gewonnen, bevor in der Saison 2009/2010 richtig durchstartete und sich nach einem tiefen Tal zum König der Vierschanzentournee krönte.
Für das Skispringen entschied sich Andreas Kofler im Alter von zehn Jahren. Zuvor schlug sein Herz für den Fußball. Aber wie es der Zufall manchmal so will, kam „Andi“ durch einen Freund zum Skispringen und entschied sich gegen das „Kicken“.
Im Januar 2002 startete Kofler bei seinem ersten Continentalcup, wie könnte es anders sein natürlich in der Heimat beim Springen in Innsbruck/AUT. Knapp zehn Monate später stürzte er sich im finnischen Kuusamo zum ersten Mal im Weltcup von der Schanze und wurde bei seinem Auftaktbewerb guter 16. Nur wenige Wochen später stand Kofler in Titisee-Neustadt/GER auf dem Podium.
Erster Weltcupsieg kommt spät
Auf seinen ersten Weltcupsieg musste „Kofi“ länger warten. Diesen errang er im Februar 2006 in Willingen/GER. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin/ITA konnte er sich mit der Silbermedaille von der Großschanze und der Goldmedaille im Team schmücken. Die Goldmedaille von der Großschanze blieb ihm dabei nur deshalb verwehrt, weil sein Mannschaftskamerad Morgenstern 0,1 Punkte mehr auf dem Konto hatte. Auch bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2007 in Sapporo/JPN war Kofler mit der Mannschaft erfolgreich. Sein bester Einzelrang war der sechste Platz von der Normalschanze. Am Ende der Saison belegte er, wie im Vorjahr, den siebten Rang in der Gesamtwertung.
Auch der folgende Winter begann mit guten Platzierungen. So reichte es in Trondheim/NOR und Engelberg/SUI jeweils zum zweiten Rang hinter seinem Landsmann Thomas Morgenstern, der die Saison seines Lebens hatte. Beim zweiten Springen in Engelberg stürzte Kofler hingegen, nachdem er die Tagesbestweite von 139 Metern auf die Schanze zauberte. Und auch in Oberstdorf/GER legte er erneut eine unsaubere Landung hin und stürzte. Den Rest der Saison war Kofler meist im Mittelfeld der Ergebnisliste anzutreffen.
Kofler kämpft sich aus tiefen Tal zurück an die Spitze
Als er im Januar 2009 die Qualifikation für das Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen/AUT verpasste, war er am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt. Am Ende der Saison hieß es Platz 36 im Gesamtweltcup. Im Sommer 2009 stellte der sympathische Tiroler dann sein ganzes Leben auf den Kopf. Am Anfang stand der Abschied vom Hotel Mama. Aus der elterlichen Wohnung in Telfes zog er in eine Eigentums-Wohnung in Thaur um. Zudem verstärkte er die Zusammenarbeit mit seinem Jugendtrainer Markus Maurberger und schaffte es so mit viel Arbeit, die eingeschlichenen Technikfehler auszumerzen.
Der verdiente Lohn folgte in der Saison 2009/10. Dort reichte es im schweizerischen Engelberg mit dem dritten Rang endlich wieder zu einem Platz auf den Podest. Danach ging er mit viel Selbstvertrauen in die Tournee und holte beim Auftakt in Oberstdorf, den zweiten Sieg seiner Karriere. Mit zwei Vierten und einem fünften Rang konnte er sich am Ende der Tournee auch Gesamtsieger nennen und war nach langer Durststrecke endlich wieder auf dem Gipfel der Skisprungwelt angekommen.
Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver/CAN verpasste er die Medaillenränge nur denkbar knapp. Nur ein Punkt lang im kanadischen Whistler zwischen ihm und seinem Glück. Ein kleines Trostpflaster dürfte da wohl das überragende Teamgold mit Wolfgang Loitzl, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer gewesen sein.
Österreicher bleibt Erfolgen treu
Auch die darauffolgende Saison 2010/11 begann für Kofler, mit dem Sieg beim Opening in Kuusamo/FIN, sehr erfolgreich. In derselben Saison konnte er in Engelberg/SUI und Sapporo/JPN zwei weitere Weltcupsiege feiern und schloss die Saison als vierter der Gesamtwertung ab. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2011 in Oslo/NOR konnte er sowohl von der Normlaschanze als auch von der Großschanze die Goldmedaille mit der Mannschaft holen. Hinzu kam die Silbermedaille von der Normalschanze hinter seinem Landsmann Thomas Morgenstern.
Kofler plaudert, Kofler lacht und nimmt sich bei jedem Springen, egal wie seine Leistungen auf der Schanze sind, auch Mal Zeit für seine Fans. Musikalisch steht der Tiroler auf laute Töne und hört am liebsten Heavy Metal.