Johan Remen Evensen
Nicole Tomberger Johan Remen Evensen

Johan Remen Evensen - "Ich möchte so weit wie möglich springen"

 
Montag, 21 November 2011 21:26 / Nicole Tomberger

Er ist der Mann, der weiter als jemals ein Mensch auf Skiern gesprungen ist, er ist der Mann von 246,5 Metern, er ist “The Joker”. Johan Remen Evensen aus Norwegen ist der momentane Weltrekordhalter und möchte länger als jeder andere springen. Mit skispringen-news.de hat er über sein neues Buch, seine Fans und warum der Sommer sein bisher schwächster war, gesprochen.

Vor fast drei Jahren hattest du deinen ersten Weltcup-Start in Trondheim, dein erstes Podium hattest du bereits im vierten Wettkampf, aber auf deinen ersten Sieg musstest du bis in Vikersund im Februar 2011 warten. Wie war es für dich dort zu gewinnen, nachdem du schon zwei Weltrekorde aufgestellt hattest?

Es war perfekt, dass ich nach dem ersten Tag gewinnen konnte. Der erste Tag war ja Fun pur, aber auch total anstrengend, weil so viel passiert ist und es ziemlich schwer war, danach noch den Fokus zu behalten. Als ich nach Hause gekommen bin, war ich total müde und wollte einfach nur lange schlafen, damit ich mich am nächsten Tag konzentrieren konnte. Und ich habe es geschafft und es war einfach perferkt den Sieg an so einem großartigen Wochenende zu feiern.

Letzte Woche hast du deine Biografie “FLYGEREN” vorgestellt. Was war der Auslöser für das Buch? War es nur der Weltrekord oder hast du schon länger mit dem Gedanken gespielt?
Eigentlich hat das als Scherz von einem meiner Sponsoren angefangen. Sie meinten zu mir vor ca. vier Jahren: “An dem Tag, an dem du den Weltrekord aufstellst, schreiben wir ein Buch über dich!” Der Sponsor ist eine Druckerei und die drucken auch das Buch, also ist es ziemlich einfach so. Und als ich den Weltrekord dann aufgestellt habe, meinten sie zu mir: “So, jetzt musst du machen, was wir gesagt haben und wir schreiben ein Buch!” Das war der eigentlich Grund für das Buch.

Zurzeit ist es nur in norwegisch erhältlich. Sind mehrere Versionen geplant, in englisch oder vielleicht anderen Sprachen?
Wir denken darüber nach, es ins Englische zu übersetzen, aber wir wissen es noch nicht sicher. Wir müssen erst sehen, ob ein Käufermarkt für eine englische Version vorhanden wäre und ob es überhaupt möglich ist. Wir werden sehen.
(Anmerkung der Redaktion: Ihr wollt die Chance auf eine englische Version des Buches erhöhen? Dann nehmt an unserer Facebook-Umfrage teil!)

Du und dein Team versorgt deine Fans durch deine eigene Homepage regelmäßig mit News. Findest du es wichtig, diese Art von Kontakt mit deinen Fans zu haben?
Ja, ich denke das ist sehr wichtig. Die Fans und die Leute, die uns zugucken, sind immerhin der Grund, warum wir um die Welt reisen und den Sport, den wir lieben, ausüben können. Im Endeffekt sind wir diejenigen, die euch sozusagen unterhalten und wenn wir den Kontakt mit den Fans pflegen, gucken die Leute bei Wettkämpfen zu und vielleicht werden dann auch noch mehr kommen. Und dann wir Skispringen noch beliebter und wir wiederum können weiterhin Skirspringer sein. (grinst)

Wie wir alle wissen habt ihr mit Alexander Stöckl einen neuen Trainer. Was sind die Unterschiede im Vergleich zu Mika Kojonkoski und bist du zufrieden damit, wie sich die Dinge entwickeln?
Ja, ich bin wirklich sehr zufrieden mit Alex! Er ist ein total netter Kerl und will uns wirklich beim Gewinnen helfen. Er ist mit vielen neuen Ideen gekommen, wie zum Beispiel der Testplattform. Die ist ziemlich genial, weil dadurch individuelle Trainingsprogramme für uns erstellt werden können. Früher hatten wir eigentlich ein Programm für alle, aber wir sind ja alle unterschiedlich wenn’s um Körper, Struktur, Muskeln und das alles geht. Es hat also gut für den Einen gepasst, für den Anderen wiederum nicht. Jetzt bekommen wir ein Trainingsprogramm basierend auf wie wir im Test abgeschnitten haben und es kümmert sich zusätzlich um meine Schwächen, die ja komplett anders sind als die von Tom. Wir hatten also ein wirklich gutes Muskeltraining in diesem Sommer, es waren viele Schmerzen und viel Arbeit, aber jetzt läuft alles wirklich gut.

Wo wir schon beim Sommer sind. Es war deine schwächste Sommersaison bis jetzt. Was waren die Gründe dafür? War es nur aufgrund der Änderungen in der Technik oder etwas Anderes?
Es war wegen vielen Dingen. Natürlich war es aufgrund der Änderungen in der Technik, ich bin vielleicht derjenige im Team, der die meisten Änderungen durchgemacht hat. Und ich wusste ja bereits, dass die Ergebnisse im Sommer aufgrund dieser Änderungen sehr variieren würden, also habe ich den Sommer dafür genommen, um die Ausrüstung zu testen und mich nicht so sehr um die Ergebnisse gekümmert. Ich weiß, dass ich gut springen kann, wenn ich mein volles Potenzial ausschöpfe. Im Moment sind meine Trainingssprünge besser als jemals zuvor, also habe ich keine Angst, dass es ein schlechter Winter werden wird!

Auch bezüglich der Wettkämpfe gab es Änderungen, zum Beispiel der Mixed-Wettbewerb wird in Val di Fiemme 2013 zum ersten Mal bei Nordischen Skiweltmeisterschaften stattfinden. Denkst du, das ist eine gute Idee?
Ja, ich finde es ist eine gute Idee! Im Langlaufen gibt es ja viele verschiedene Wettkämpfe bei Weltmeisterschaften, während wir im Skispringen normalerweise ja nur drei haben - Normal- und Großschanze und Team - deshalb denke ich, dass es nur gut sein kann, noch ein oder zwei mehr Wettkämpfe bei so einem Event zu haben.

Und wenn du Teil des Teams wärst: Mit wem deiner weiblichen Kolleginnen würdest du gern zusammen springen?
Mit derjenigen, die am weitesten springt! (lacht)

Wenn du eine neue Regel einführen könntest, welche wäre es?
Wenn es nur eine sein kann, dann ganz klar, dass Skifliegen olympisch wird!

Hast du bestimmte Rituale vor einem Wettkampf oder einem Sprung? Etwas, das du für einen guten Sprung brauchst?
Nein, ich habe nichts, was ich jedes Mal mache, aber wenn ich etwas Besonderes mache und es mir hilft, werde ich es beim nächsten Mal sicher wieder probieren. (lacht) Ich bin sehr entspannt bis ich hoch gehe um zu springen, also einfach nur mein normales Ich und nichts Besonderes.

Deine letzte Wintersaison war deine bisher beste. Ist der Winter im Vergleich zum Sommer wichtiger für dich?
Ja, das ist er. Wie bereits erwähnt, habe ich zumindest in diesem Jahr im Sommer mehr trainiert und die Ausrüstung getestet. Also habe ich den Sommer hoffentlich dazu genutzt, um noch besser auf den Winter vorbereitet zu sein.

Und was sind deine Ziele für die kommende Saison?
Natürlich die Skiflug-Weltmeisterschaften in Vikersund und mein Traum ist es, wirklich weit auf Skiern zu springen. Das gibt mir den größten Kick und das ist es, warum ich das mache und warum ich eigentlich Skispringer bin. Ich möchte so weit wie möglich springen und die Grenzen des Skispringens ausreizen, deshalb freue ich mich wirklich auf lange Sprünge in Vikersund!

Vielen Dank für das Interview und viel Glück für die kommende Saison!


Das Interview führte Nicole Tomberger







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Gesamtstände //

1 Schlierenzauer, Gregor At 933,8
2 Morgenstern, Thomas At 908,8
3 Kofler, Andreas At 896,9
4 Bardal, Anders No 895,0
5 Koudelka, Roman Cz 881,2
6 Ito, Daiki Jp 852,1
7 Freund, Severin De 843,3
8 Stoch, Kamil Pl 843,0
9 Takeuchi, Taku Jp 842,6
10 Freitag, Richard De 820,4

(Stand: 06. Januar 2012)
1 Stjernen, Andreas No 1017
2 Gangnes, Kenneth No 899
3 Hayboeck, Michael At 834
4 Mandl, Ziga Si 684
5 Meznar, Mitja Si 606
6 Naglic, Tomaz Si 597
7 Loitzl, Wolfgang At 570
8 Johansson, Robert No 559
9 Ingvaldsen, Ole Marius No 549
10 Swensen, Vegard No 542
Gesamter Stand »     

(
Endstand)
1 Iraschko, Daniela At 440
2 Hendrickson, Sarah Us 420
3 Vtic, Maja Si 256
4 Takanashi, Sara Jp 220
5 Rogelj, Spela Si 211
6 Pozun, Katja Si 206
7 Bogataj, Ursa Si 182
8 Seifriedsberger, Jacqueline At 152
9 Vuik, Wendy Nl 139
10 Sagen, Anette No 136
10 Klinec, Ema Si 136
Gesamter Stand »       

(Endstand)

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