Tom Hilde ist derzeit der beste Norweger im Weltcup. Wir haben den 24-Jährigen zum Interview getroffen und wollten wissen, wie er die Entwicklungen im eigenen Lager und im gesamten Weltcupzirkus sieht. Zudem haben wir gemeinsam mit ihm hinter die Kulissen seiner Webseite geschaut und in Erfahrung gebracht warum er denkt, dass es wichtig ist neben dem Sport noch weitere Standbeine zu haben. Die Antworten auf diese Fragen - und weitere! - findet ihr hier:
Am 27. November 2011 startete die neue Saison - die erste Saison mit Eurem neuen Cheftrainer Alexander Stöckl. Verschiedenen Medien zufolge, sowie einigen Statements deiner Kollegen, scheint das Training bisher gut verlaufen zu sein. Bist du selbst zufrieden mit deinen Vorbereitungen?
Ja, ich bin total zufrieden mit den Vorbereitungen, die wir bisher getroffen haben. Wir haben ziemlich hart und viel gearbeitet in diesem Sommer. Wir verändern und verbessern vieles und manchmal läuft es bereits richtig gut, aber ich denke, wir benötigen mehr Zeit um das ganze Paket auf einem hohen Level zum Laufen zu bringen. Aber schon jetzt sind meine Sprünge besser als die zuvor! Es läuft also, aber wir brauchen noch mehr Zeit um Stabilität zu erreichen.
Hast du neben dem häufigeren Krafttraining, das Alexander Stöckl eingebracht hat, neue Trainingsschwerpunkte?
Nein, es ist mehr oder weniger das Selbe wie mit Mika, nur etwas anders. Alex hält viel individuellere Trainingseinheiten für uns bereit, aber im Grunde ist es nichts Spezielles.
In der letzten Saison hattest du das Ziel in jedem Wettkampf die Top 10 zu erreichen. Hast du dir für diese Saison höhere Ziele gesetzt?
Na ja, ich war nicht in der Lage in jedem Wettkampf die Top 10 zu erreichen. Es gab sieben Rennen, in denen ich es nicht geschafft habe unter die ersten Zehn zu kommen, daher ist es immer noch mein Ziel die Top 10 zu erreichen. Ich denke, dass das mit den Resultaten, die ich letztes Jahr erzielen konnte, möglich ist. Ich wurde Fünfter der Gesamtwertung und ich denke, wenn ich es schaffe, jedes mal in die Top 10 zu kommen, werde ich noch weiter vorne zu finden sein und mehr Podiumsplatzierungen erreichen - und ich werde mehr Spaß haben!
In dieser neuen Saison gibt es nun aber nicht nur einen neuen Trainer, sondern auch zwei neue, große Sponsoren.
Du hast einmal erwähnt, dass Skispringen in Norwegen nicht so hoch gehandelt wird wie etwa der Alpine Skisport oder der Langlauf. Denkst du, dass die Öffentlichkeitsarbeit der neuen Sponsoren hilft um das Skispringen in Norwegen noch bekannter zu machen?
Ich denke, dass wir ziemlich bekannt sind. Das sehe ich, aber natürlich hilft es neue Sponsoren zu haben. Auch die Aufmerksamkeit, die wir dadurch erhalten. Aber auf lange Sicht zählt es gute Leistungen zu zeigen, Medaillen zu gewinnen und Siege zu feiern - das ist das Einzige, was zählt. Also müssen wir die Ergebnisse der letzten Jahre verbessern, um noch bekannter zu werden.
In der vergangenen Saison schien es manchmal, als ob bereits eine größere Zuschauermenge zu den Sprungschanzen stürmt - vor allem auch immer jüngere Menschen. Teilst du diesen Eindruck?
In den letzten fünf Jahren, also seit ich springe, hatte ich immer den Eindruck, dass es immer gleich war. Das ist immer ein wenig vom Wetter abhängig, aber ich denke, dass es im Grunde immer noch das Gleiche ist.
Ein anderer Eindruck, der auch zunehmend entsteht, ist der, dass auch immer mehr weibliche Fans dem Weltcup folgen. Während man deine Webseite (www.tom-hilde.com) besucht bestätigt sich dieser Eindruck.
Hast du Angst davor, dass ihr Sportler irgendwann genauso gehypt werdet wie Boygroupstars?
Darüber mache ich mir gar keine Sorgen, weil ich weiß, dass es auch viele ältere Personen und Männer für Skispringen interessieren (schmunzelt). Der Unterschied zwischen ihnen und den jungen Mädels, die auf meiner Homepage kommentieren, ist der, dass die ältere Generation mir eine E-Mail schickt oder mich auf einem anderen Weg kontaktiert, wenn sie mir etwas mitteilen möchte. Deswegen bin ich diesbezüglich nicht beunruhigt!
Wir haben deine selbstverwaltete Webseite bereits erwähnt; du tust sehr viel um deine Fans auf dem Laufenden zu halten - wie wichtig ist dir das?
Sie selbst zu verwalten ist nicht so wichtig, ich habe mich einfach dafür entschieden alles selbst zu machen. Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Aber ich denke, dass es extrem wichtig ist, dass ich derjenige bin, der Einträge darüber verfasst, was ich tue und nicht irgendjemand anderes. Ich denke nämlich, dass die Leute, die meine Webseite besuchen, das erwarten und keine Texte anderer Personen, die über mich schreiben, lesen wollen. So etwas kann man überall in der Presse lesen. Ich denke, sie wollen meine ehrliche Meinung und meine Gefühle im Bezug auf Dinge, es ist mir daher sehr wichtig selbst zu schreiben und zu fotografieren.
Stell dir vor, Alexander Stöckl kommt zu dir und sagt: Tom, du musst sofort mit dem Bloggen aufhören! Würdest du es tun?
Natürlich nicht! Ich denke, dass es wichtig ist und dem Skisport hilft ein wenig reflektierter zu sein. Wenn ich nach Hause komme und anfange an der Webseite zu schreiben, weiß ich, dass ich darüber nachdenken muss, was ich heute getan habe - über gute Dinge, die ich getan habe, und auch schlechte. Es ist also ein Weg darüber nachzudenken. (schmunzelt) Aber wenn Alex natürlich mit einem sehr guten Grund diese Forderung an mich stellen würde, warum ich die Webseite schließen sollte, würde ich es tun. Aber da gibt es gibt keinen Grund um nicht ein wenig Energie dafür aufzubringen, weil ich denke, dass es mir hilft.
Es ist außerdem ein gutes Training für dich! Du studierst nun Webdesign - wie geht es voran?
(lacht) Sehr langsam! Aber ich habe eine nette Abmachung mit meiner Schule, so dass ich es in meinem eigenen Rhythmus machen kann. Das funktioniert, aber ich muss die Bücher öfter hervor holen!
Wie ist es für dich zwei große Verantwortungen in deinem Leben zu haben - der Sport und das Studium? Führt das manchmal zu schwierigen Situationen?
Nein, der Sport wird immer meine oberste Priorität sein! Ich versuche lediglich den Rest meiner Zeit zu füllen (schmunzelt) und um manchmal Abstand vom Sport haben zu können. Wenn es zu einem Konflikt kommt, werde ich aber immer den Sport wählen, so wie es auch im vergangenen Sommer der Fall war. Ich hatte nicht viel Zeit um zu lernen. Diese Zeit fehlt dann, wenn auf einmal mehr los ist, als ich dachte (schmunzelt). Aber vielleicht habe ich bald wieder mehr Freizeit und kann wieder anfangen zu lernen!
Warum hast du dich überhaupt dazu entschieden zu studieren? Warum denkst du ist es wichtig, noch ein Standbein neben dem Sport zu haben?
Weil man das “echte Leben” nicht richtig mitbekommt, wenn man nur Sport macht. Alles macht Spaß, alles ist unterhaltsam und es ist einfach eine positive Perspektive von allem zu bekommen. Das einzige, das zählt, ist gute Sprünge zu zeigen und wenn einem das nicht gelingt, dann ist es, als ob die Welt untergehen würde. Es ist nett diese kleine Auszeit haben zu können, in der man die Bücher heraus holt und anfängt sich wie eine normale Person zu fühlen. (schmunzelt)
Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!
Ja, ich bin total zufrieden mit den Vorbereitungen, die wir bisher getroffen haben. Wir haben ziemlich hart und viel gearbeitet in diesem Sommer. Wir verändern und verbessern vieles und manchmal läuft es bereits richtig gut, aber ich denke, wir benötigen mehr Zeit um das ganze Paket auf einem hohen Level zum Laufen zu bringen. Aber schon jetzt sind meine Sprünge besser als die zuvor! Es läuft also, aber wir brauchen noch mehr Zeit um Stabilität zu erreichen.
Hast du neben dem häufigeren Krafttraining, das Alexander Stöckl eingebracht hat, neue Trainingsschwerpunkte?
Nein, es ist mehr oder weniger das Selbe wie mit Mika, nur etwas anders. Alex hält viel individuellere Trainingseinheiten für uns bereit, aber im Grunde ist es nichts Spezielles.
In der letzten Saison hattest du das Ziel in jedem Wettkampf die Top 10 zu erreichen. Hast du dir für diese Saison höhere Ziele gesetzt?
Na ja, ich war nicht in der Lage in jedem Wettkampf die Top 10 zu erreichen. Es gab sieben Rennen, in denen ich es nicht geschafft habe unter die ersten Zehn zu kommen, daher ist es immer noch mein Ziel die Top 10 zu erreichen. Ich denke, dass das mit den Resultaten, die ich letztes Jahr erzielen konnte, möglich ist. Ich wurde Fünfter der Gesamtwertung und ich denke, wenn ich es schaffe, jedes mal in die Top 10 zu kommen, werde ich noch weiter vorne zu finden sein und mehr Podiumsplatzierungen erreichen - und ich werde mehr Spaß haben!
In dieser neuen Saison gibt es nun aber nicht nur einen neuen Trainer, sondern auch zwei neue, große Sponsoren.
Du hast einmal erwähnt, dass Skispringen in Norwegen nicht so hoch gehandelt wird wie etwa der Alpine Skisport oder der Langlauf. Denkst du, dass die Öffentlichkeitsarbeit der neuen Sponsoren hilft um das Skispringen in Norwegen noch bekannter zu machen?
Ich denke, dass wir ziemlich bekannt sind. Das sehe ich, aber natürlich hilft es neue Sponsoren zu haben. Auch die Aufmerksamkeit, die wir dadurch erhalten. Aber auf lange Sicht zählt es gute Leistungen zu zeigen, Medaillen zu gewinnen und Siege zu feiern - das ist das Einzige, was zählt. Also müssen wir die Ergebnisse der letzten Jahre verbessern, um noch bekannter zu werden.
In der vergangenen Saison schien es manchmal, als ob bereits eine größere Zuschauermenge zu den Sprungschanzen stürmt - vor allem auch immer jüngere Menschen. Teilst du diesen Eindruck?
In den letzten fünf Jahren, also seit ich springe, hatte ich immer den Eindruck, dass es immer gleich war. Das ist immer ein wenig vom Wetter abhängig, aber ich denke, dass es im Grunde immer noch das Gleiche ist.
Ein anderer Eindruck, der auch zunehmend entsteht, ist der, dass auch immer mehr weibliche Fans dem Weltcup folgen. Während man deine Webseite (www.tom-hilde.com) besucht bestätigt sich dieser Eindruck.
Hast du Angst davor, dass ihr Sportler irgendwann genauso gehypt werdet wie Boygroupstars?
Darüber mache ich mir gar keine Sorgen, weil ich weiß, dass es auch viele ältere Personen und Männer für Skispringen interessieren (schmunzelt). Der Unterschied zwischen ihnen und den jungen Mädels, die auf meiner Homepage kommentieren, ist der, dass die ältere Generation mir eine E-Mail schickt oder mich auf einem anderen Weg kontaktiert, wenn sie mir etwas mitteilen möchte. Deswegen bin ich diesbezüglich nicht beunruhigt!
Wir haben deine selbstverwaltete Webseite bereits erwähnt; du tust sehr viel um deine Fans auf dem Laufenden zu halten - wie wichtig ist dir das?
Sie selbst zu verwalten ist nicht so wichtig, ich habe mich einfach dafür entschieden alles selbst zu machen. Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Aber ich denke, dass es extrem wichtig ist, dass ich derjenige bin, der Einträge darüber verfasst, was ich tue und nicht irgendjemand anderes. Ich denke nämlich, dass die Leute, die meine Webseite besuchen, das erwarten und keine Texte anderer Personen, die über mich schreiben, lesen wollen. So etwas kann man überall in der Presse lesen. Ich denke, sie wollen meine ehrliche Meinung und meine Gefühle im Bezug auf Dinge, es ist mir daher sehr wichtig selbst zu schreiben und zu fotografieren.
Stell dir vor, Alexander Stöckl kommt zu dir und sagt: Tom, du musst sofort mit dem Bloggen aufhören! Würdest du es tun?
Natürlich nicht! Ich denke, dass es wichtig ist und dem Skisport hilft ein wenig reflektierter zu sein. Wenn ich nach Hause komme und anfange an der Webseite zu schreiben, weiß ich, dass ich darüber nachdenken muss, was ich heute getan habe - über gute Dinge, die ich getan habe, und auch schlechte. Es ist also ein Weg darüber nachzudenken. (schmunzelt) Aber wenn Alex natürlich mit einem sehr guten Grund diese Forderung an mich stellen würde, warum ich die Webseite schließen sollte, würde ich es tun. Aber da gibt es gibt keinen Grund um nicht ein wenig Energie dafür aufzubringen, weil ich denke, dass es mir hilft.
Es ist außerdem ein gutes Training für dich! Du studierst nun Webdesign - wie geht es voran?
(lacht) Sehr langsam! Aber ich habe eine nette Abmachung mit meiner Schule, so dass ich es in meinem eigenen Rhythmus machen kann. Das funktioniert, aber ich muss die Bücher öfter hervor holen!
Wie ist es für dich zwei große Verantwortungen in deinem Leben zu haben - der Sport und das Studium? Führt das manchmal zu schwierigen Situationen?
Nein, der Sport wird immer meine oberste Priorität sein! Ich versuche lediglich den Rest meiner Zeit zu füllen (schmunzelt) und um manchmal Abstand vom Sport haben zu können. Wenn es zu einem Konflikt kommt, werde ich aber immer den Sport wählen, so wie es auch im vergangenen Sommer der Fall war. Ich hatte nicht viel Zeit um zu lernen. Diese Zeit fehlt dann, wenn auf einmal mehr los ist, als ich dachte (schmunzelt). Aber vielleicht habe ich bald wieder mehr Freizeit und kann wieder anfangen zu lernen!
Warum hast du dich überhaupt dazu entschieden zu studieren? Warum denkst du ist es wichtig, noch ein Standbein neben dem Sport zu haben?
Weil man das “echte Leben” nicht richtig mitbekommt, wenn man nur Sport macht. Alles macht Spaß, alles ist unterhaltsam und es ist einfach eine positive Perspektive von allem zu bekommen. Das einzige, das zählt, ist gute Sprünge zu zeigen und wenn einem das nicht gelingt, dann ist es, als ob die Welt untergehen würde. Es ist nett diese kleine Auszeit haben zu können, in der man die Bücher heraus holt und anfängt sich wie eine normale Person zu fühlen. (schmunzelt)
Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!
Das Interview führte Mona Türk











