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Die Bewertung eines Sprunges setzt sich aus der Weitennote und Haltungsnote zusammen.
Bei der Weitennote wird mit Hilfe der Videoweitenmessung über Standbilder einer Videokamera gemessen. Dabei kann die Weite auf 0,5 m genau bestimmt werden. Bei Ausfall des Systems stehen an der Schanze zusätzlich Weitenrichter bereit. Die Weitennote errechnet sich aus dem K-Punkt der Schanze und der gemessenen Weite. Für einen Sprung genau auf den K-Punkt werden 60 Weitenpunkte (bei Flugschanzen 120) vergeben. Für jeden abweichenden Meter werden entsprechend der Schanzengröße (siehe Tabelle) Punkte hinzugezählt oder abgezogen, d.h. wenn ein Springer auf einer K 90 Schanze 99 m weit springt erhält er 60 Punkte, weil er den K-Punkt übersprungen hat. Für die weiteren 9 m erhält er jeweils 2,0 Punkte. Insgesamt bekäme er dann 78 Weitenpunkte. Würde er jedoch nur 81 Meter springen, hätte er in diesem Fall nur 42 Weitenpunkte.
Weite Bonus bzw. Malus 20–24 m 4,8 Punkte pro Meter 25–29 m 4,4 Punkte pro Meter 30–34 m 4,0 punkte pro Meter 35–39 m 3,6 Punkte pro Meter 40–49 m 3,2 Punkte pro Meter 50–59 m 2,8 Punkte pro Meter 60–69 m 2,4 Punkte pro Meter 70–79 m 2,2 Punkte pro Meter 80–99 m 2,0 Punkte pro Meter >100 m 1,8 Punkte pro Meter >170 m 1,2 Punkte pro Meter
Die Haltungsnote bewertet den kompletten Flug vom Absprung bis zum Ausfahren über die Sturzgrenze unter dem Aspekt der Präzision (zeitlicher Ablauf), Perfektion (Bewegungsführung), Stabilität (Flughaltung, Ausfahren) und allgemeine Sicherheit. Die Haltungnoten werden von fünf Sprungrichtern vergeben. Bei Fehlern gibt es entsprechende Abzüge, die in etwa festgelegt sind. Bei geringen Fehlern liegt es auch im Ermessen des Kampfrichters, entsprechende Punkte abzuziehen. Die Punkteabzüge werden für Fehler und Mängel im Bewegungsablauf entsprechend der drei Bewegungsabschnitte Flug, Landung sowie Ausfahren vorgenommen. Die höchste und niedrigste Note aus der Bewertung der fünf Sprungrichter wird gestrichen. Die verbleibenden drei Noten werden addiert und stellen die Haltungsnote dar.
Windfaktor und Gateregel Da Skispringen eine Freiluftsportart ist, werden während eines Durchganges/Wettbewerbes nie gleiche Windverhältnisse herrschen. Um dem entgegenzuwirken und den Wettkampf für alle Springer möglichst fair zu gestalten, gibt es seit Sommer 2009 neue Bewertungsregeln. Die Gateregel macht es möglich, die Anlauflänge während eines Durchganges zu ändern, ohne diesen neu starten zu müssen. Hierzu wird ein Weitenfaktor (f-Wert) eingeführt, welcher für jede Schanze individuell angibt, wie sich die Weite bei einer Veränderung der Startluke um einen Meter ändert. Der Windfaktor dient dazu, die Änderungen der Windverhältnisse zwischen einzelnen Springern zu kompensieren. So werden einem Springer Punkte addiert, wenn er mit Rückenwind springt, während Punkte abgezogen werden, wenn Aufwind herrscht.
Die Weitennote und die Haltungsnote werden anschließend addiert, die Punkte bezüglich Wind und/oder Gate hinzugefügt oder abgezogen, und daraus ergibt sich die Gesamtnote des Springers, die über die Platzierung entscheidet.
Haltungs- und Bewegungsvorschriften in der Übersicht
Der Flug In einer perfekten Flugphase soll der Springer durch einen effektiven Absprung die Flugbahn anheben, möglichst schnell die optimale Flughaltung einnehmen und im richtigen Augenblick mit den Landevorbereitungen beginnen.
Punktabzüge - Maximaler Abzug für den gesamten Bewegungsabschnitt: 5,0 Punkte
Die Landung Aus einer stabilen Flughaltung soll der Springer den Oberkörper aufrichten, die Arme seitlich nach vorne führen und die Ski in die Parallelstellung bringen. Unmittelbar vor dem Bodenkontakt müssen für optimlae Noten die Skienden eine leichte Schrittstellung einnehmen und die Kniegelenke leicht gebeugt werden. Nach der Bodenberührung muss die Schrittstellung weiter vergrößt und die Telemarkstellung eingenommen werden. Zur Stabilisierung des Gleichgewichtes sind die Arme waagerecht vom Körper zu strecken.
Punktabzüge - Maximaler Abzug für den gesamten Bewegungsabschnitt 5,0 Punkte - Keine Telemark-Beinstellung (parallele Fußstellung) am Ende des Landungsvorganges (als Einzelfehler) maximal 2,0 Punkte
Das Ausfahren Nach der Landung soll der Springer für kurze Zeit in der Telemarkstellung verbleiben und dabei den Oberkörper allmählich aufrichten. Danach kann der Springer bei beliebiger Bein- und Armhaltung mit schmaler und sauberer Skiführung (gegebenenfalls in Pfeilstellung zum Abbremsen) standsicher bis über die Sturzgrenze ausfahren.
Punktabzüge - Maximaler Abzug für den gesamten Bewegungsabschnitt 7,0 Punkte - Unsauberes und/oder unsicheres Ausfahren durch den Übergangsbogen bis zum Passieren der Sturzlinie 0,5 bis 3,0 Punkte - Durchfahren des Übergangsbogens mit Berühren der/des Ski/Schnee/Matte mit den Händen und/oder Körperteilen. Dies gilt auch für das Passieren der Sturzlinie in dieser Position. 4,0 bis 5,0 Punkte - Sturz vor/oder auf der Sturzgrenze 7,0 Punkte
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