Deutschland holt Gold im Mixed-Wettkampf

Das deutsche Team konnte zum Abschluss der WM im Mixed-Wettkampf noch einmal zuschlagen und sicherte sich vor Österreich und Norwegen die Goldmedaille.

Andreas Kofler siegt auch von der Großschanze

 Sonntag, 04. Dezember 2011 16:05      Anna Koch

Anders Bardal, Andreas Kofler, Severin Freund
Anders Bardal, Andreas Kofler, Severin Freund Foto: Nicole Tomberger
Andreas Kofler zum Dritten: Der Österreicher krönte sich auch im dritten Einzel der Skisprung-Saison zum Sieger. Von der Großschanze in Lillehammer/NOR reichten ihm Weiten von 125,5 und 129 Metern (252 Punkte) um sich von Severin Freund (GER; 132/124m) und Anders Bardal (NOR; 125/140,5m) zu beweisen, die sich mit 249,2 Punkten den zweiten Rang teilten.

Infos zum Wettkampf


Das Skispringen in Lillehammer hatte besonders im ersten Durchgang allerlei Kuriositäten zu bieten und hielt Veranstalter und Jury auf Trap. Bereits vor dem ersten Sprung durch Johan Martin Brandt (NOR) tummelten sich im Auslauf der Schanze zwei Hunde, die eingefangen werden mussten und den Start des Skispringens so um fast fünf Minuten verzögert.

Gatewechsel und Wind durchziehen 1. Durchgang
Ab diesem Zeitpunkt war es vorwiegend der Wind, der dafür sorgte, dass das Gate hin- und her verschoben wurde und es den Zuschauer, schwer machte das Springen zu verfolgen. Bei Jan Matura sorgten dann jedoch wieder andere Umstände für Verzögerungen. Nach dem starken Sprung von Jurij Tepes auf 137,5 wolle die Jury eigentlich in Gate 1 wechseln, stieß jedoch auf ein Problem mit dem Startbalken. Dieser konnte nicht eingerastet werden, weshalb den Verantwortlichen nichts weiter übrig blieb, als darauf zu warten bis die Bedingungen wieder einschliefen. In der Zwischenzeit wurde ebenfalls ein weiterer Balken angeschafft, der an dem untersten Gate angeschraubt wurde. Zum Einsatz kam der "neu" Startbalken jedoch nicht mehr.

Stoch und Koivuranta raus
Durch den einschlafenden Wind hieß es danach erst einmal wieder warten auf weite Sprünge. Bei Rückenwindbedingungen kamen die Athleten reihenweiße nicht über die 120-Meter-Marke und mussten sich mit geringen Weiten zufrieden geben. Größere Probleme hatte unter anderem auch der Finne Anssi Koivuranta, der nach seinem viel zu kurzen Sprung auf 106,5 Meter den zweiten Durchgang ebenso wenig sah wie der Bulgare Vladimir Zografski oder Kamil Stoch aus Polen.

Freund mit Material- Problemen
Für Aufruhe sorgte zum Ende des 1. Durchgangs auch Severin Freund. Dem Deutschen war der Ski gebrochen, wodurch er sich erst ein neues Paar beschaffen musste und nicht pünktlich zu seinem Sprung am Anlauf angekommen war. Da der technische Defekt aber früh genug angekündigt wurde, hatte Freund dennoch die Chance auf seinen Sprung. Diesen musste er allerdings dann unter ganz besonderem Druck absolvieren - wartete doch alles nur noch auf ihn! Diese Situation meisterte der Deutsche aber dann außerordentlich gut und reihte sich mit 132 Metern auf dem dritten Platz ein. Vor ihm lagen nur Jurij Tepes und der Italiener Andrea Morassi, der ebenfalls die Bedingungen voll ausnutze und auf 139,5 Meter flog. Ebenfalls in einer glänzenden Ausgangsposition lagen Andreas Wank (4.), Andreas Kofler (5.) und Richard Freitag (6.).

Weite Sprünge im zweiten Durchgang
Im zweiten Durchgang bekamen die Fans an der Schanze und vor dem Fernseher endlich weite Sprünge zu sehen. Nachdem es zunächst etwas schleppend ging, waren spätestens ab Peter Prevc (SLO) Sprünge über 120 Meter möglich. Den ersten richtig weiten Flug setzte Simon Ammann mit 130 Metern, der damit zunächst die Führung übernahm und sich einige Ränge nach vorne spülen konnte. Erst Roman Koudelka, der bei wieder etwas schwierigeren Bedingungen auf 123,5 Meter sprang, schaffte es an dem Schweizer vorbei. Ab da waren Führungswechsel an der Tagesordnung, bis der Norweger Anders Bardal die norwegischen Fans an der Schanze jubeln ließ und auf 140,5 Meter segelte. An dieser Weite biss sich zunächst die Konkurrenz die Zähne aus.

Erst Andreas Kofler schaffte es mit 129 Metern mit 2,8 Punkten hauchdünn an dem Norweger vorbeizuziehen. An den Österreicher um Längen nicht heran kam Andreas Wank, der auf Platz sieben zurückfiel. Auch sein Landsmann Severin Freund konnte Kofler nicht mehr gefährden, fiel jedoch nicht so weit zurück wie Wank, sondern teilte sich Platz Zwei mit Anders Bardal. Ein Ergebnis, was sich bis zum Ende des Bewerbs hielt. So konnten weder Andrea Morassi (ITA) noch Jurij Tepes (SLO) ihre guten Sprünge aus dem 1. Umlauf wiederholen und landeten am Ende auf den Positionen acht und neun weit hinter dem Podest.

Deutsche und Österreicher stark
Mannschaftlich konnte vor allem die deutsche und österreichische Mannschaft überzeugen. Neben Severin Freund auf dem Treppchen, konnten auch Richard Freitag (5.) und Andreas Wank (10.) die Top Ten erreichen. Auf dem 15. Rang reihte sich Maximilian Mechler ein, während Martin Schmitt sich im 2. Durchgang noch auf den 25. Platz vorsprang. Bei den Österreichern waren mit Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern ebenfalls drei Athleten unter den Top 10.

Weiter geht es für die Athleten bereits am kommenden Wochenende in Harrachov, wo gleich drei Bewerbe anstehen. Los geht es am Donnerstag mit der Qualifikation.


Ergebnisse und Links

» Offizielles Ergebnis
» Stand Gesamtwertung (.pdf)
» Porträt des Siegers


Weltcup Gesamtstände

Herren
Damen
1STOCH Kamil POL1443
2FREITAG Richard AUT1070
3TANDE Daniel Andre no985
4KRAFT Stefan AUT881
5JOHANSSON Robert no840
» Gesamter Stand

Continentalcup-Gesamtstände

Herren
Damen
1AIGNER Clemens AUT1191
2ZUPANCIC Miran slo938
3DEZMAN Nejc slo862
4HUBER Daniel AUT827
5HUBER Stefan AUT702
» Gesamter Stand